DR04: Ausstiegshilfen für Aluhüte

Verschwörungstheorien lassen sich humorvoll parodieren. Der Satirepreis „Der Goldene Aluhut“ macht es jedes Jahr beispielhaft vor. Die beiden Foren-Referenten Giulia Silberberger, Gründerin des Preises, und Martin Ziegenhagen von „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ werden allerdings nicht nur lustige Seiten der Parawissenschaften thematisieren. Denn Verschwörungstheorien haben oft starke Auswirkungen auf Seele und Lebenswelt. Sie bergen Gefahren des religiösen und ideologischen Missbrauchs. Und: Sie überlappen sich an vielen Stellen mit Rechtsextremismus. Die Referenten sprechen darüber, welche Theorien im Umlauf sind – und wie ein Ausstieg gelingen kann.

 

 

REFERENTEN:

Giulia Silberberger ist Gründerin und Geschäftsführerin von „Der goldene Aluhut“ aus Berlin. Was 2014 als reine Facebook-Seite startete, ist durch seinen hohen Zulauf seit April 2016 eine gemeinnützige Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, über Verschwörungstheorien, Sekten und ideologischen Missbrauch aufzuklären, und auch über Hassreden sowie Rechtsextremismus. Als Sektenaussteigerin nutzt Giulia Silberberger heute ihre Erfahrungen, um über die Gefahren des religiösen und ideologischen Missbrauchs aufzuklären. Sie zeigt die Parallelen zwischen Verschwörungstheorien und Sekten auf.

Martin Ziegenhagen ist Leiter des Fachbereichs Extremismusprävention der Vereinigung „Gegen Vergessen – Für Demokratie“. Er ist dort seit 2001 v.a. beschäftigt mit der Planung und Durchführung von Projekten und Veranstaltungen mit dem Ziel der Förderung von demokratischer Kultur und zivilgesellschaftlichem Engagement gegen Phänomene wie Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus. Seit 2007 leitet er das Projekt „Online-Beratung gegen Rechtsextremismus“. Er ist Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin und der Fachhochschule Dortmund sowie Mitherausgeber des Buches „Gegen Rechtsextremismus. Handeln für Demokratie.“

 

MODERATION:

Martin Langebach ist Soziologe (M.A.), Dipl.-Sozialpädagoge sowie Referent im Fachbereich „Extremismus“ der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Seine Arbeitsschwerpunkte sind Rechtsextremismus, Parteiforschung und Jugendsoziologie. Er veröffentlichte u. a. mit Fabian Virchow und Alexander Häusler das „Handbuch Rechtsextremismus“ (2016), mit Michael Sturm den Sammelband „Erinnerungsorte der extremen Rechten“ (2015) und mit Andres Speit „Europas radikale Rechte“ (2013).

 

 

 

 

 

 

 

 

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