HR16: „Große Gruppe, großes Versteck?“ – Zur Dynamik von Großgruppen

Die Arbeit mit großen Gruppen zählt häufig zu den Herausforderungen Sozialer Arbeit. Innerhalb großer Gruppen entsteht eine eigene Dynamik, die einerseits förderlich, andererseits aber auch hinderlich für den Arbeitsprozess sein kann. In diesem auf Elementen aus künstlerischer und dramaturgischer Arbeit basierenden Workshop werden die Kräfte innerhalb von Gruppenkonstellationen thematisiert und unter folgenden Gesichtspunkten beleuchtet: Können die gewohnheitsgemäßen Rhythmen einer Gruppenveranstaltung (kleinen) Veränderungen unterzogen werden, die den „normalen“ Ablauf positiv beeinflussen? Lässt sich auf Basis der Veranstaltung ein tatsächlich gemeinschaftliches Erleben herstellen, das über die fachliche Intention hinausgeht? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten in konkreten Praxisbeispielen einen Eindruck vom Verhältnis der steuerbaren und nichtsteuerbaren Kräfte innerhalb gruppendynamischer Diskussionsprozesse im Sinne von Eingreifen, Geschehenlassen und Ermöglichen.

 

REFERENTEN:

Martin Clausen, Schauspieler, Performer, Regisseur. Zusammen mit Tänzern und Schauspielern Produktionen arbeitete er u. a. an den Berliner Sophiensaelen, dem HAU Hebbel am Ufer, der Tanzfabrik Berlin, dem Berliner Festival Tanztage, am Podewil/Tanzwerkstatt Berlin und am PATHOS München – ab 2000 mit dem Namen TWO FISH, seit 2013 als Martin Clausen und Kollegen (www.mclausenundkollegen.com). Neben Tätigkeiten auf großen und kleinen Bühnen wie den Uferstudios, dem Haus der Kulturen der Welt, am Kölner Schauspielhaus oder der Vierten Welt in Berlin trat er auch immer wieder site specific in Erscheinung: in privaten Wohnungen, versteckten Treppenhäusern, auf oder unterwegs durch die Stadt, in Reisebussen sowie in Schul-Projekten wie „Jump and run“ oder an der Hector-Petersen-Schule. Martin Clausen war mittlerweile an über 100 Stückentwicklungen beteiligt. Seit 2008 ist er Dozent u.a. an der HBK Braunschweig, Institut für performative Künste und Bildung.

Kai Schmidt, Dramaturg, Autor und Texter mit Stationen in Rüsselsheim, Salzburg, Frankfurt und Erlangen. Verschiedene freie Theaterprojekte als Autor, Regisseur und Initiator. Festivalveranstalter. Ein Roman ("Der Entenkönig", dtv junior), Hörspiele bei ORF Wien und SWR Baden-Baden. Audi-Texter für Saatchi & Saatchi. Fünf Jahre Dramaturg am Theater Erlangen, fünf Jahre Dramaturg am PATHOS München. Mit Katrin Dollinger Gründer und Erfinder des „Theaters der Leere“. Als Experte für Kommunikation/Dokumentation begleitete er im Auftrag der PARTS Gesellschaft für soziale Praxis und Projekte GmbH alle fünf bisherigen Fachtagungen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“. Aktuelles Dramaturgie-Projekt ist das Dokumentationstheater „Kalte Heimat“, in dem er mit der Regisseurin Dorothea Schroeder Vertreibung und Flucht von 1945 bis heute untersucht. (Premiere 20.11.2017, München)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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