DOKUMENTATION 2015
NAH DRAN I Gemeinsam Vielfalt gestalten

ABSCHLUSSGESPRÄCH: Gemeinsam gestalten – Planung, Fazit und Ausblick

 

 

 

POLITISCHE BILDUNG ALS LEBENSLANGE AUFGABE

Praxis-Check – Politische Bildung in der Verbandsarbeit Die Fishbowl-Diskussion

mit Dr. Axel Lubinski (Referatsleiter „Politische Bildung, Prävention, Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ im Bundesministerium des Innern), Hanne Wurzel (Bundeszentrale für politische Bildung, Fachbereich Extremismus), Arne Busse (Bundeszentrale für politische Bildung, Fachbereich zielgruppenspezifische Angebote), Cornelia Habisch (Landeszentrale politische Bildung Sachsen-Anhalt), Alexander Holmig (Arbeitslosenverband Dt. LV Brandenburg e.V.) und weiteren Expert/-innen aus dem Plenum. Moderation: Miriam Janke

Welche Zielgruppen werden nicht mit politischen Bildungsangeboten erreicht und warum? Welche Methoden und Materialien braucht es? Was gibt es bereits? Das waren einige Ausgangsfragen der Fishbowl-Diskussion, einem Podiums-Gespräch ohne Podium, bei dem neben gesetzten Rednerinnen und Rednern auch Beitragende aus dem Plenum nach vorne ans Mikrofon kommen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat im Rahmen einer Produktwerkstatt hauseigene Publikationen mit der Zielgruppe abgestimmt. Das Resultat sind neue, zusätzliche Angebote wie etwa TV-, Online- und interaktive Formate. Ein weiteres Ergebnis dieser Übersetzungsarbeit ist außerdem die Erkenntnis, dass nicht unbedingt die vielzitierte Politikverdrossenheit der Jugend das Problem ist. Viele der herkömmlichen Kanäle der Bildungsvermittlung haben sich für diese Zielgruppe einfach als nicht attraktiv erwiesen. Der Trend geht weg vom Wort und hin zum Bild. Leichter konsumierbare, „heruntergebrochene“ Informationen sind gefragt – jedenfalls als zusätzliches Angebot. Denn: Tiefgreifende gesellschaftliche Probleme können nicht mit „Flyern und Filmchen“ gerade gerückt werden, erklärt Cornelia Habisch. Die Notwendigkeit von ausdifferenzierten, zielgruppengerechten Vermittlungsformaten und einem kontinuierlichen Dialog scheint in der Bildungsarbeit vielerorts gegeben zu sein. Man müsse die Menschen „da abholen, wo sie sind“, stellt Arne Busse fest. Auch wenn sich nicht alles planen lasse: Manchmal greift das scheinbar beste Konzept nicht, dann wieder finden bestimmte Produkte völlig unerwartet reißenden Absatz. „Man hat es eben mit Menschen zu tun.“, sagt Busse.

Aber wie erreicht man, dass sich eine Zielgruppe überhaupt mit einem Thema beschäftigt? In der politischen Bildungsarbeit ist das eine zentrale Frage. Natürlich braucht es gute Instrumente und passend aufbereitete Informationen – vor allem aber müssten es die vermittelnden Menschen schaffen, eine positive Nähe zu den Themen herzustellen, meinte ein Redner. Das Programm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ setzt genau da an und scheint die These zu bestätigen: Neben gutem Material sind da die Menschen gefordert, die nahe an der jeweiligen Gruppe dran sind. Sie müssen übersetzen können und wissen, wie man mit den einzelnen Formaten arbeitet. Politische Bildung bezieht sich schließlich nicht nur auf einzelne Gruppen oder Lebensphasen. „Sie ist“, so formulierte es ein Diskussionsteilnehmer, „eine Lebensaufgabe, eine lebenslange Aufgabe.“

 

›› zurück

 

Impressum   |   Drucken