DOKUMENTATION 2015
NAH DRAN I Gemeinsam Vielfalt gestalten

GESPRÄCHSRAUM: WORLD CAFÉ

 

 

THESEN AUF DER TISCHDECKE

Austausch und Vernetzung im „World-Café“

An sieben großen, runden, mit Papier bespannten Café-Tischen verteilen sich etwa 80 Personen. An jedem Tisch geht es um ein von den Teilnehmenden im Vorfeld vorgeschlagenes Thema. Auf der Menü-Karte stehen darum Fragen wie: Welche Grenzen hat das ehrenamtliche Engagement in der Beratungsarbeit? Oder: Kann der Dialog der Generationen über Geschichte den Zusammenhalt vor Ort stärken? Ein Gastgeber, eine Gastgeberin stellt die jeweilige Fragestellung vor und moderiert das Gespräch. Die Gäste diskutieren und halten Thesen, Fragen und Ideen schriftlich auf der Tischdecke aus Papier fest. In der Pause ziehen sie dann weiter, zum nächsten Thema.

Die erste Runde beginnt und im Saal setzt ein vielstimmiges Gemurmel ein. Zoom auf Tisch 2: Hier geht es um politische Bildungsarbeit. Wie kann man sie „niedrigschwelliger“ gestalten? Am Tisch sitzen Expert/-innen aus verschiedenen Bereichen der politischen Bildungsarbeit, die selbstkritisch ihre Arbeit hinterfragen. Politik ist eigentlich nichts Abstraktes, ist zu hören. Aber um das Interesse daran zu fördern, müsse man direkt bei den Menschen anfangen. Der Lebensweltbezug zu den Themen sei wichtig, es brauche eine/n Kommunikator/-in, der Inhalte rüberbringen könne und der über passende Methoden und Kompetenzen verfüge. Am Ende der Runde steht die These im Raum, dass es vielleicht nicht um eine niedrigschwellige, sondern eher um die zielgruppengerechte Gestaltung der politischen Bildungsarbeit gehe. Daran können dann die nächsten Gäste weiter arbeiten.

Zoom auf Tisch 4. Hier tagt die zweite Runde zur Frage, wie Flüchtlinge in Vereine und Verbände integriert werden können. Das scheint in erster Linie eine ganz praktische Herausforderung zu sein. Es geht um organisatorische, bürokratische und rechtliche Hürden, die offensichtlich auch die Vorgängergruppe nicht lösen konnte. Kein Wunder. Integration ist ja auch ein großes Wort. Vieles liege am Geld oder der „Manpower“. Manchmal fehlen Informationen: Welche Bedürfnisse gibt es? Was ist (von den Geflüchteten) erwünscht und sinnvoll? Welche Strukturen, Mittel und Hilfestellungen gibt es bereits? Das Format macht hier seinem Namen alle Ehre: Themen von buchstäblich weltweiter Bedeutung und deren Auswirkungen vor Ort werden verhandelt. Am Ende des Nachmittags sind einige Ideen entstanden, Informationen verbreitet und Verbindungen geknüpft. Die Tischdecken bezeugen mit Notizen, Skizzen und Parolen den Verlauf der Diskussionen, die hier jeweils stattgefunden haben.

 

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